Kirchliche Sammlung um Bibel und Bekenntnis in der evangelisch-lutherischen Kirche in Norddeutschland

kkkkkkkkkkkkkkkkkkkkkk gggggggggggggggggggggggg

Offener Brief an die Synodalen der Landessynode der Ev.-Luth. Kirche in Norddeutschland zu den Beschlussvorlagen zur Segnung (Trauung) gleichgeschlechtlicher Partnerschaften

Posted on by ilsabe

Hamburg, den 23. September 2016

KIRCHLICHE SAMMLUNG UM BIBEL UND BEKENNTNIS IN DER EV.-LUTH KIRCHE IN NORDDEUTSCHLAND

An die Synodalen
der Landessynode der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Norddeutschland

Betr.: Tagesordnung der 14. Tagung vom 29. Sept. bis 1. Okt. 2016 in Travemünde Hier: TOP 6.1 Antrag der Kirchenkreissynode Hamburg-Ost zur Segnung gleichgeschlechtlicher Partnerschaften und TOP 6.2 Beschluss zur Segnung gleichgeschlechtlicher Partnerschaften (Vorlage der Kirchenleitung)

Christus spricht:
„Wer mich liebt, der wird mein Wort halten; und mein Vater wird ihn lieben, und wir werden zu ihm kommen und Wohnung bei ihm nehmen.“ (Joh 14,23)

Sehr geehrte Synodale,

auf der kommenden Tagung der Landessynode in Travemünde sollen Sie Beschlüsse fassen u.a. zu TOP 6,1 und TOP 6,2. Bei beiden geht es um die Segnung bzw. Trauung gleichgeschlechtlicher Partnerschaften. Wir möchten Sie dringend bitten und auffordern, dem Antrag der Kirchenkreissynode Hamburg-Ost und dem Beschluss zur Segnung gleichgeschlechtlicher Partnerschaften (Vorlage der Kirchenleitung) zu widersprechen und abzulehnen, da sie schrift- und bekenntniswidrig sind.

Als Synodale(r) haben Sie sich auf die Heilige Schrift und das Ev.-Luth. Bekenntnis verpflichtet. Daher appellieren wir an Ihre besondere Verantwortung für unsere Kirche. Auch in 20 Jahren kirchlichen Streites über die kirchliche Segnung von homosexuellen Partnerschaften ist nichts wirklich geklärt und sachgemäß entschieden. Die humanwissenschaftliche Basis für eine Segnung ist genauso wenig tragfähig wie die theologische.

Der Beschluss zur Segnung gleichgeschlechtlicher Paare steht im Gegensatz zum Worte Gottes.

Mit dem „sola scriptura“ bekennt sich die ev.-luth. Kirche mit Luther eindeutig zur göttlichen Inspiration der Heiligen Schrift, ihrer höchsten, göttlichen Autorität. Sie gilt für alle Fragen des Glaubens und Lebens.

Für die Segnung gleichgeschlechtlicher Partner, die es bis vor kurzem in der Ev. Kirche nicht gegeben hat, gibt es in der Bibel keinen Anhaltspunkt. Im Gegenteil.

Für Jesus war die Homosexualität eine absurde Vorstellung, deren Legitimation völlig außerhalb seines Gesichtskreises lag. Dasselbe gilt für die Apostel und die Kirchengeschichte insgesamt. Das gesellschaftliche Umfeld der jungen Kirche kannte sehr wohl Lebensformen mit gelebter Homosexualität und Bisexualität. Die jungen Gemeinden grenzten sich als Kontrastgesellschaft bewusst von ihnen aus Glaubensgründen ab.

Die Bibelstellen zu praktizierter Homosexualität sind eindeutig. Rö 1,26 3 Mose 18,22, 1. Kor.6,9 und  Tim 1,10.

Was die Bibel Sünde nennt, kann die Kirche nicht segnen. Selbstverständlich gilt der Segen Gottes jedem einzelnen Menschen uneingeschränkt, als Paarsegnung kennt die Bibel den Segen lediglich für das (heterosexuelle) Ehepaar. Unter den vielen Formen geschlechtlichen Zusammenlebens stimmt nur die Ehe mit Gottes Willen überein und muss von den homophilen und anderen unterschieden bleiben.

Wir werden uns fragen müssen, warum ausgerechnet heute nach 2000 Jahren Christenheit bei uns die Frage nach der Segnung homosexueller Paargemeinschaften erstmals aufkommt. Sind es vom Heiligen Geist gelenkte Umbrüche zu neuem ethischen Denken? Nein.

Ausgangspunkt der Segnung gleichgeschlechtlicher Paare ist keine vom Heiligen Geist gelenkte neue Erkenntnis, sondern die veränderte gesellschaftliche Entwicklung mit den zeitgeistbedingten Sichtweisen.

Hier liegt auch der Grund eines entstellenden Umgangs mit dem Worte Gottes –„Sollte Gott gesagt haben?“ Die Bibel wird gegen sich in Stellung gebracht. Es zeigt sich ein Schriftverständnis, das den historischen Abstand zu entsprechenden Texten betont und sich die Bibel für die ethische Bejahung der Segnung gleichgeschlechtlicher Paare gefügig macht. Dies wird deutlich beim Bezug auf 2. Kor. 5,17 und Gal 3,27. Nicht das Wort Gottes interpretiert sich selbst, sondern die gesellschaftliche heutige Sichtweise mit ihrer Gleichheitsideologie (Gender) sind Maßstab für Exegese und Interpretation.

Die Bibel ist nicht mehr in ihrer göttlichen Autorität norma normata. Sie wird der jeweils eigenen Sichtweise angepasst. Eisegese statt Exegese. Sie wird ganz im Gegensatz zur reformatorischen Theologie gottwidrig ihrer Verbindlichkeit beraubt, relativiert und instrumentalisiert für eigene Sichtweisen.

Dasselbe gilt auch für den Bezug auf die Liebe.

Erstmals seit 2000 Jahren entdeckt man die Liebe Gottes, die sich über seinen im Worte Gottes bekundeten Willen stellt. Wird hier nicht das eigene menschliche Verständnis von Liebe Gott unterstellt? Schafft man sich nicht auf diese Weise Gott zum Bilde?

Wenn in diesem Zusammenhang auf Christus als die Mitte der Schrift verwiesen wird und Luther mit dem Schriftverständnis „alles, was Christum treibet“, muss das wie Hohn klingen.

Der Beschluss zur Segnung gleichgeschlechtlicher Partner ist unvereinbar mit dem Menschenbild der biblischen Offenbarung.

Die gesamt Heilige Schrift setzt die Polarität der Geschlechter voraus. Mannsein, Frausein, Vater- und Mutterschaft, Sexualität und Fruchtbarkeit, Ehe und Familie als von Gott gestiftete Schöpfungsordnungen zum Wohle des Menschen sind nach biblischem Verständnis unverzichtbare Grunddaten der Anthropologie und Schöpfungstheologie, die von Christen und Juden mit vielen anderen Menschen mit anderen religiösen Überzeugungen geteilt werden. Die Dualität von Mann und Frau ist auch ein Abbild des liebenden Wesens des dreieinigen Gottes, der den Menschen als sein Ebenbild zur Liebe berufen hat. Durch den Lebenszusammenhang von ehelicher Liebe und Fortpflanzung erfüllen Mann und Frau in besonderer Weise ihre Berufung zur Liebe. Die Erweiterung der Lebensgemeinschaft von Eltern und Kindern in der Familie macht deutlich, wie sehr die Zweigeschlechtlichkeit des Menschen die unabdingbare Grundlage für die Realisierung von Liebe und Familie als Grundlage menschenwürdiger Zukunft ist.

Die Kirche hat angesichts der vielen Modelle verschiedener Lebensformen die Aufgabe, verstärkt die Unüberbietbarkeit und Unersetzbarkeit von Ehe und Familie als Gottes gute Schöpfungsordnung zu betonen!

Die Kirchen können aufgrund ihrer Bindung an Schrift und Bekenntnis eine rechtliche, soziale oder sogar begriffliche Gleichstellung von Ehe und homosexuellen Partnerschaften nicht akzeptieren. Denn die Schöpfungsordnungen von Ehe und Familie sind nach dem biblischen Zeugnis keine menschlichen Erfindungen, sondern von Gott gegebene Stiftungen und Institutionen, die der Mensch nicht beliebig umdefinieren oder manipulieren darf.

Was nach Gottes Willen verschieden ist, darf vom Menschen nicht als gleich angesehen oder behandelt werden! Damit sagen wir als Christen ein Nein zu den vielfältigen alternativen Lebensformen, mit denen sich der vermeintlich autonome Mensch gegen ein Leben nach den vorgegebenen Schöpfungsordnungen auflehnt oder diese zu umgehen sucht. Eine Neubesinnung auf die biblische Offenbarung tut not.

Die Vorlage zur Segnung gleichgeschlechtlicher Partnerschaften sieht vor, dass erstmals in der Kirchengeschichte Norddeutschlands die Segnung den Status einer Amtshandlung bekommt, wie die übliche Trauung von Ehepaaren und gemeinsam mit ihnen ins Kirchenbuch eingetragen wird. Die Vorlage der Liturgie zu Segnung gleichgeschlechtlicher Partnerschaften ist quasi identisch mit der Liturgie bei Trauungen heterosexueller Paare, Gelübde, Ringwechsel usw. eingeschlossen.

Daran können Sie beabsichtigte Gleichrangigkeit und Gleichstellung der Segnung gleichgeschlechtlicher Partnerschaften mit der üblichen Eheschließung erkennen. Diese halten wir aus oben angefügten Gründen für schrift- und bekenntniswidrig.

Schließlich, und nicht zuletzt, weisen wir darauf hin, dass die Segnung gleichgeschlechtlicher Partnerschaften nicht nur die Nordkirche spaltet, bekennende Christen, Gemeinden und Amtsträger im Gewissen beschwert, sondern auch kirchlich entheimatet. Dieser Beschluss steht nicht im Konsens mit der lutherischen Weltfamilie, der Weltchristenheit und beschwert zusätzlich die Ökumene und die Einheit der Kirche. Wer will das alles verantworten?

Sehr geehrte Synodale, als Kirchliche Sammlung um Bibel und Bekenntnis in der Nordkirche sehen wir unsere Kirche durch zunehmende Säkularisation und Anpassung an gesellschaftliche Mehrheitsmeinungen, die der Heiligen Schrift und dem Bekenntnis widersprechen, bedroht. Dafür stehen auch die genannten Beschlussvorlagen. Daher möchten wir Sie nochmals dringend bitten und auffordern, dem Antrag der Kirchenkreissynode Hamburg-Ost und dem Beschluss zur Segnung gleichgeschlechtlicher Partnerschaften zu widersprechen und sie abzulehnen.

Wir wünschen Ihnen dazu viel Mut und Weisheit.

„Herr, dein Wort, die edle Gabe, diesen Schatz erhalte mir, denn ich zieh es aller Habe und dem größten Reichtum für. Wenn dein Wort nicht mehr soll gelten, worauf soll der Glaube ruhn? Mir ist nicht um tausend Welten, aber um dein Wort zu tun.“  (EG 198,1 v. Zinsendorf)

Gott segne Sie!

Mit freundlichen Grüßen

Ulrich Rüß
Hamburg, 1. Vorsitzender der Kirchlichen Sammlung um Bibel und Bekenntnis in der Ev.-Luth. Kirche in Norddeutschland

Mit ausdrücklicher Zustimmung
von Altbischof Prof. Dr. Ulrich Wilckens, Lübeck
vom Konvent für Missionarische Gemeindearbeit in Mecklenburg (KMG) (Pastor Johannes Holmer)
vom Vorsitzenden des Mecklenburgischen Gemeinschaftsverbandes, Hartmut Zopf

 

 

 

 

Schreibe einen Kommentar