Kirchliche Sammlung um Bibel und Bekenntnis in der evangelisch-lutherischen Kirche in Norddeutschland

OSTERN – EIN SIEG FÜR DIE EWIGKEIT – WAHRE LEBENSFREUDE

Der Tod konnte Jesus nicht gefangen halten. Das Grab war leer. Seit der Auferstehung Jesu begrüßen Christen sich zu Ostern mit den Worten „Der Herr ist auferstanden, er ist wahrhaftig auferstanden.“ Der Gekreuzigte und Auferstandene hat für uns den Tod besiegt. Ein Sieg für unser ewiges Leben. Wir haben Grund zu wahrer Lebensfreude!
Die Bedeutung seiner Kreuzigung und Auferstehung wird uns im Kleinen Katechismus von Martin Luther im 2. Hauptstück in einzigartiger Weise bezeugt.
Mit Luther bekennen wir von Jesus: „.. der mich verlorenen und verdammten Menschen erlöset hat, erworben, gewonnen von allen Sünden , vom Tode und der Gewalt des Teufels; nicht mit Gold oder Silber, sondern mit seinem heiligen, teuren Blut und mit seinem unschuldigen Leiden und Sterben, damit ich sein eigen sei und in seinem Reich unter ihm leben und ihm diene in ewiger Gerechtigkeit, Unschuld und Seligkeit, gleichwie er ist auferstanden vom Tode, lebet und regieret in Ewigkeit Das ist gewisslich wahr.“
In jeder Feier des Heiligen Abendmahles haben wir die besondere Begegnung und Gemeinschaft mit dem Gekreuzigten und Auferstandenen. Ganz persönlich gilt: Christi Leib für dich gegeben, Christi Blut für dich vergossen.

DAS HEILIGE ABENDMAHL- QUELLE DER FREUDE UND KRAFT
Gründonnerstag – Tag der Einsetzung des Heiligen Abendmahls – wird auch Geburtstag des Kelches genannt.
Es lohnt, sich der Bedeutung des Heiligen Abendmahles zu vergewissern. Schließlich ist es von Christus eingesetzt mit der Aufforderung dieses zu seinem Gedächtnis zu feiern.
In der alten Kirche wurde es mindestens an jedem Sonntag im Gottesdienst begangen. In der Ev. Kirche bildet es heute leider eher die Ausnahme, üblicherweise einmal im Monat.
Im Heiligen Abendmahl ist der Gekreuzigte und Auferstandene wirklich gegenwärtig. Wir haben Gemeinschaft mit ihm, nehmen in auf in den Gaben von Brot und Wein, werden mit Christus eins. Uns wird zugeeignet, was seine Kreuzigung und Auferstehung für uns bewirkt haben, nämlich Vergebung, Gnade und der Zuspruch des ewigen Lebens. Durch diese besondere Gemeinschaft (Kommunion) mit Christus wird das Heilige Abendmahl auch „Heilmittel des ewigen Lebens“ genannt.
Daher ist das Herrenmahl. Wie es auch genannt wird, eine Quelle der Freude und Kraft. Der regelmäßige Empfang des Abendmahls weckt und stärkt den Glauben. Dieser Glaube kommt aus der Anbetung und führt zur Anbetung.
Eine Beobachtung: Überall dort, wo Gemeinden sonntäglich des Abendmahl feiern, ist der Gottesdienstbesuch überdurchschnittlich gut.
Es entspricht der Bedeutung des Heiligen Abendmahles, es an jedem Sonntag zu feiern und ihm so den Stellenwert zu geben, wie er dem Stifter (Christus) entspricht. Das wäre eine wesentlicher Impuls für die Vertiefung evangelischer Gottesdienstpraxis, eine Förderung und Stärkung des Glaubens, eine neue Dimension der persönlichen Begegnung mit dem Gekreuzigten und Auferstandenen. Und so bekennen wir dieses Geheimnis des Glaubens: „Deinen Tod, o Herr, verkündigen wir und deine Auferstehung preisen wir bis du kommst in Herrlichkeit.“

Pastor Ulrich Rüß

TROST DER WEIHNACHTSBOTSCHAFT

In bedrückenden Zeiten

Können wir Weihnachten feiern in diesen Zeiten der Kriege, des Terrors, der Ängste und unsäglichen Verbrechen, von denen wir täglich hören?

Wenn uns eins trösten kann in diesen bedrückenden Zeiten, dann ist das die Botschaft von Weihnachten, die Botschaft der Engel von Bethlehem: „Siehe, ich verkündige euch große Freude, denn euch ist heute der Heiland geboren, welcher ist Christus, der Herr, in der Stadt Davids.“

In unsere Sorgen und Ängste um die Zukunft kommt die Verkündigung der Himmelsfreude gerade recht.

Gott will diese Welt durch Jesus erlösen und retten. Nicht mit Gewalt und Macht, sondern mit hingebungsvoller Liebe bis hin zum Kreuz. Gegen alle Feindschaft, Hass, Verbrechen und menschenfeindliche Aktionen.

Sein Reich ist nicht von dieser Welt, aber von jener Welt, in der es kein Leid, keinen Terror, keinen Tod mehr gibt. Es geht durchs Kreuz zur Auferstehung, zum ewigen Leben. Das Kind in der Krippe steht für Rettung und Erlösung. Die Freude liegt in dem, was Gott uns mit Jesus schenkt. Gerade in bedrückenden Zeiten leuchtet hier das Licht der Hoffnung und Freude. Er, der wahre Trost.

In diesem Sinne wünsche ich allen Lesern ein erfülltes, trostreiches und von Freude erfülltes Christfest.

P. Ulrich Rüß

 

Offener Brief an die Synodalen der Landessynode der Ev.-Luth. Kirche in Norddeutschland zu den Beschlussvorlagen zur Segnung (Trauung) gleichgeschlechtlicher Partnerschaften

Hamburg, den 23. September 2016

KIRCHLICHE SAMMLUNG UM BIBEL UND BEKENNTNIS IN DER EV.-LUTH KIRCHE IN NORDDEUTSCHLAND

An die Synodalen
der Landessynode der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Norddeutschland

Betr.: Tagesordnung der 14. Tagung vom 29. Sept. bis 1. Okt. 2016 in Travemünde Hier: TOP 6.1 Antrag der Kirchenkreissynode Hamburg-Ost zur Segnung gleichgeschlechtlicher Partnerschaften und TOP 6.2 Beschluss zur Segnung gleichgeschlechtlicher Partnerschaften (Vorlage der Kirchenleitung)

Christus spricht:
„Wer mich liebt, der wird mein Wort halten; und mein Vater wird ihn lieben, und wir werden zu ihm kommen und Wohnung bei ihm nehmen.“ (Joh 14,23)

Sehr geehrte Synodale,

auf der kommenden Tagung der Landessynode in Travemünde sollen Sie Beschlüsse fassen u.a. zu TOP 6,1 und TOP 6,2. Bei beiden geht es um die Segnung bzw. Trauung gleichgeschlechtlicher Partnerschaften. Wir möchten Sie dringend bitten und auffordern, dem Antrag der Kirchenkreissynode Hamburg-Ost und dem Beschluss zur Segnung gleichgeschlechtlicher Partnerschaften (Vorlage der Kirchenleitung) zu widersprechen und abzulehnen, da sie schrift- und bekenntniswidrig sind.

Als Synodale(r) haben Sie sich auf die Heilige Schrift und das Ev.-Luth. Bekenntnis verpflichtet. Daher appellieren wir an Ihre besondere Verantwortung für unsere Kirche. Auch in 20 Jahren kirchlichen Streites über die kirchliche Segnung von homosexuellen Partnerschaften ist nichts wirklich geklärt und sachgemäß entschieden. Die humanwissenschaftliche Basis für eine Segnung ist genauso wenig tragfähig wie die theologische.

Der Beschluss zur Segnung gleichgeschlechtlicher Paare steht im Gegensatz zum Worte Gottes.

Mit dem „sola scriptura“ bekennt sich die ev.-luth. Kirche mit Luther eindeutig zur göttlichen Inspiration der Heiligen Schrift, ihrer höchsten, göttlichen Autorität. Sie gilt für alle Fragen des Glaubens und Lebens.

Für die Segnung gleichgeschlechtlicher Partner, die es bis vor kurzem in der Ev. Kirche nicht gegeben hat, gibt es in der Bibel keinen Anhaltspunkt. Im Gegenteil.

Für Jesus war die Homosexualität eine absurde Vorstellung, deren Legitimation völlig außerhalb seines Gesichtskreises lag. Dasselbe gilt für die Apostel und die Kirchengeschichte insgesamt. Das gesellschaftliche Umfeld der jungen Kirche kannte sehr wohl Lebensformen mit gelebter Homosexualität und Bisexualität. Die jungen Gemeinden grenzten sich als Kontrastgesellschaft bewusst von ihnen aus Glaubensgründen ab.

Die Bibelstellen zu praktizierter Homosexualität sind eindeutig. Rö 1,26 3 Mose 18,22, 1. Kor.6,9 und  Tim 1,10.

Was die Bibel Sünde nennt, kann die Kirche nicht segnen. Selbstverständlich gilt der Segen Gottes jedem einzelnen Menschen uneingeschränkt, als Paarsegnung kennt die Bibel den Segen lediglich für das (heterosexuelle) Ehepaar. Unter den vielen Formen geschlechtlichen Zusammenlebens stimmt nur die Ehe mit Gottes Willen überein und muss von den homophilen und anderen unterschieden bleiben.

Wir werden uns fragen müssen, warum ausgerechnet heute nach 2000 Jahren Christenheit bei uns die Frage nach der Segnung homosexueller Paargemeinschaften erstmals aufkommt. Sind es vom Heiligen Geist gelenkte Umbrüche zu neuem ethischen Denken? Nein.

Ausgangspunkt der Segnung gleichgeschlechtlicher Paare ist keine vom Heiligen Geist gelenkte neue Erkenntnis, sondern die veränderte gesellschaftliche Entwicklung mit den zeitgeistbedingten Sichtweisen.

Hier liegt auch der Grund eines entstellenden Umgangs mit dem Worte Gottes –„Sollte Gott gesagt haben?“ Die Bibel wird gegen sich in Stellung gebracht. Es zeigt sich ein Schriftverständnis, das den historischen Abstand zu entsprechenden Texten betont und sich die Bibel für die ethische Bejahung der Segnung gleichgeschlechtlicher Paare gefügig macht. Dies wird deutlich beim Bezug auf 2. Kor. 5,17 und Gal 3,27. Nicht das Wort Gottes interpretiert sich selbst, sondern die gesellschaftliche heutige Sichtweise mit ihrer Gleichheitsideologie (Gender) sind Maßstab für Exegese und Interpretation.

Die Bibel ist nicht mehr in ihrer göttlichen Autorität norma normata. Sie wird der jeweils eigenen Sichtweise angepasst. Eisegese statt Exegese. Sie wird ganz im Gegensatz zur reformatorischen Theologie gottwidrig ihrer Verbindlichkeit beraubt, relativiert und instrumentalisiert für eigene Sichtweisen.

Dasselbe gilt auch für den Bezug auf die Liebe.

Erstmals seit 2000 Jahren entdeckt man die Liebe Gottes, die sich über seinen im Worte Gottes bekundeten Willen stellt. Wird hier nicht das eigene menschliche Verständnis von Liebe Gott unterstellt? Schafft man sich nicht auf diese Weise Gott zum Bilde?

Wenn in diesem Zusammenhang auf Christus als die Mitte der Schrift verwiesen wird und Luther mit dem Schriftverständnis „alles, was Christum treibet“, muss das wie Hohn klingen.

Der Beschluss zur Segnung gleichgeschlechtlicher Partner ist unvereinbar mit dem Menschenbild der biblischen Offenbarung.

Die gesamt Heilige Schrift setzt die Polarität der Geschlechter voraus. Mannsein, Frausein, Vater- und Mutterschaft, Sexualität und Fruchtbarkeit, Ehe und Familie als von Gott gestiftete Schöpfungsordnungen zum Wohle des Menschen sind nach biblischem Verständnis unverzichtbare Grunddaten der Anthropologie und Schöpfungstheologie, die von Christen und Juden mit vielen anderen Menschen mit anderen religiösen Überzeugungen geteilt werden. Die Dualität von Mann und Frau ist auch ein Abbild des liebenden Wesens des dreieinigen Gottes, der den Menschen als sein Ebenbild zur Liebe berufen hat. Durch den Lebenszusammenhang von ehelicher Liebe und Fortpflanzung erfüllen Mann und Frau in besonderer Weise ihre Berufung zur Liebe. Die Erweiterung der Lebensgemeinschaft von Eltern und Kindern in der Familie macht deutlich, wie sehr die Zweigeschlechtlichkeit des Menschen die unabdingbare Grundlage für die Realisierung von Liebe und Familie als Grundlage menschenwürdiger Zukunft ist.

Die Kirche hat angesichts der vielen Modelle verschiedener Lebensformen die Aufgabe, verstärkt die Unüberbietbarkeit und Unersetzbarkeit von Ehe und Familie als Gottes gute Schöpfungsordnung zu betonen!

Die Kirchen können aufgrund ihrer Bindung an Schrift und Bekenntnis eine rechtliche, soziale oder sogar begriffliche Gleichstellung von Ehe und homosexuellen Partnerschaften nicht akzeptieren. Denn die Schöpfungsordnungen von Ehe und Familie sind nach dem biblischen Zeugnis keine menschlichen Erfindungen, sondern von Gott gegebene Stiftungen und Institutionen, die der Mensch nicht beliebig umdefinieren oder manipulieren darf.

Was nach Gottes Willen verschieden ist, darf vom Menschen nicht als gleich angesehen oder behandelt werden! Damit sagen wir als Christen ein Nein zu den vielfältigen alternativen Lebensformen, mit denen sich der vermeintlich autonome Mensch gegen ein Leben nach den vorgegebenen Schöpfungsordnungen auflehnt oder diese zu umgehen sucht. Eine Neubesinnung auf die biblische Offenbarung tut not.

Die Vorlage zur Segnung gleichgeschlechtlicher Partnerschaften sieht vor, dass erstmals in der Kirchengeschichte Norddeutschlands die Segnung den Status einer Amtshandlung bekommt, wie die übliche Trauung von Ehepaaren und gemeinsam mit ihnen ins Kirchenbuch eingetragen wird. Die Vorlage der Liturgie zu Segnung gleichgeschlechtlicher Partnerschaften ist quasi identisch mit der Liturgie bei Trauungen heterosexueller Paare, Gelübde, Ringwechsel usw. eingeschlossen.

Daran können Sie beabsichtigte Gleichrangigkeit und Gleichstellung der Segnung gleichgeschlechtlicher Partnerschaften mit der üblichen Eheschließung erkennen. Diese halten wir aus oben angefügten Gründen für schrift- und bekenntniswidrig.

Schließlich, und nicht zuletzt, weisen wir darauf hin, dass die Segnung gleichgeschlechtlicher Partnerschaften nicht nur die Nordkirche spaltet, bekennende Christen, Gemeinden und Amtsträger im Gewissen beschwert, sondern auch kirchlich entheimatet. Dieser Beschluss steht nicht im Konsens mit der lutherischen Weltfamilie, der Weltchristenheit und beschwert zusätzlich die Ökumene und die Einheit der Kirche. Wer will das alles verantworten?

Sehr geehrte Synodale, als Kirchliche Sammlung um Bibel und Bekenntnis in der Nordkirche sehen wir unsere Kirche durch zunehmende Säkularisation und Anpassung an gesellschaftliche Mehrheitsmeinungen, die der Heiligen Schrift und dem Bekenntnis widersprechen, bedroht. Dafür stehen auch die genannten Beschlussvorlagen. Daher möchten wir Sie nochmals dringend bitten und auffordern, dem Antrag der Kirchenkreissynode Hamburg-Ost und dem Beschluss zur Segnung gleichgeschlechtlicher Partnerschaften zu widersprechen und sie abzulehnen.

Wir wünschen Ihnen dazu viel Mut und Weisheit.

„Herr, dein Wort, die edle Gabe, diesen Schatz erhalte mir, denn ich zieh es aller Habe und dem größten Reichtum für. Wenn dein Wort nicht mehr soll gelten, worauf soll der Glaube ruhn? Mir ist nicht um tausend Welten, aber um dein Wort zu tun.“  (EG 198,1 v. Zinsendorf)

Gott segne Sie!

Mit freundlichen Grüßen

Ulrich Rüß
Hamburg, 1. Vorsitzender der Kirchlichen Sammlung um Bibel und Bekenntnis in der Ev.-Luth. Kirche in Norddeutschland

Mit ausdrücklicher Zustimmung
von Altbischof Prof. Dr. Ulrich Wilckens, Lübeck
vom Konvent für Missionarische Gemeindearbeit in Mecklenburg (KMG) (Pastor Johannes Holmer)
vom Vorsitzenden des Mecklenburgischen Gemeinschaftsverbandes, Hartmut Zopf

 

 

 

 

Die Frauenordination ist kein Credo reformatorischer Kirchen

Die Internationale Konferenz Bekennender Gemeinschaften (IKBG) und die Konferenz Bekennender Gemeinschaften in Deutschland (KBG) erwarten Respekt und Achtung für die Entscheidung der Synode der Ev.-Luth.  Kirche in Lettland vom 3. Juni 2016, die mit mehr als ¾ Mehrheit für die Abschaffung der Frauenordination in der Verfassung gestimmt hat. Seit 1993 ist sie dort nicht mehr praktiziert worden. Bei ihrer Entscheidung hat sich die Synode bewusst von Texten der Heiligen Schrift leiten lassen und dem enormen Druck des Zeitgeistes und der Genderideologie widerstanden. Dabei versuchten Vertreter anderer Lutherischer Kirchen, z. B. die Nordkirche, das Wahlergebnis zu beeinflussen. mit dem Hinweis, dass die Frauenordination „unverzichtbarer Bestandteil der reformatorischen Kirche“ sei. Die Frauenordination hat jedoch in der Lutherischen Kirche keinen Bekenntnisrang, ist kein Credo der reformatorischen Kirche, wie man weltweit an anderen Lutherischen Kirchen sehen kann, wie auch bei der Selbständigen Ev.- Luth. Kirche in Deutschland (SELK). Sie ist auch erst in den letzten Jahrzehnten gegen Widerstände eingeführt worden.

Unabhängig von der Frauenordination halten alle Kirchen an der gleichen Würde von Mann und Frau vor Christus fest. Wir sehen mit Sorge, dass in lutherischen Kirchen in Deutschland junge Theologen nicht in den Pfarrdienst übernommen werden, wenn sie sich aus Gewissensgründen kritisch zur Frauenordination äußern, das Bezweifeln elementarer Glaubensgrundlagen hingegen kein Ordinationshindernis ist. In einer innerlutherischen Ökumene muss auch Platz sein für Pfarrer, die die Frauenordination kritisch sehen.

Die Entscheidung der Synode von Lettland ist auch aus Gründen des Demokratieverständnisses und der Toleranz, auf die gerade liberale Theologen sich so vehement berufen, zu würdigen und zu respektieren.

Sowohl die orthodoxen Kirchen als auch die kath. Kirche, damit die Mehrheit der Kirchen weltweit, lehnen die Frauenordination ebenfalls mit der Berufung auf die Bibel ab.

P. Ulrich Rüß,

Präsident der IKBG und Vorsitzender der KBG und der Kirchlichen Sammlung in der Nordkirche

 

Pfarrstellen-Streichungen fördern die Entkirchlichung

Die Kirchliche Sammlung um Bibel und Bekenntnis in der Nordkirche hält den Beschluss der Synode des Kirchenkreises Schleswig-Flensburg, künftig 12 Pfarrstellen zu streichen, für kirchenschädlich. Eine Unterschriftenaktion, die sich gegen diesen Beschluss stemmte, wurde gnadenlos überstimmt.

Wenn irgend möglich, sollte man die Kirche und den dazugehörigen Pastor im Dorfe lassen. Andernfalls droht eine zunehmende Entfremdung zur Kirche. Der Einzelne erlebt seine Kirche mit dem Pastor nicht mehr vor Ort, sondern bestenfalls in einer unpersönlichen Kirchenregion. Die Pastorate mit ihrem Pastor als seelsorgerliche Anlaufstelle sind verwaist. Offensichtlich ließ sich die Synode mehr vom Gedanken der Gleichheit als vom seelsorgerisch-missionarischen Verständnis der Nähe zum Gemeindeglied leiten. Denn die Finanzen stehen gut. Dieser Beschluss wird eine fortschreitende Entkirchlichung in dieser Region zur Folge haben. Dabei hat  das ländliche Angeln ein überdurchschnittlich lebendiges Gemeindeleben zu verlieren.

Pastor Ulrich Rüß

Wenn ein Bischof nicht an die Auferstehung Jesu glaubt, wie es die Bibel bezeugt

Was Landesbischof Gerhard Ulrich in der „Evangelische Zeitung“ zu Ostern schreibt, steht in völligem Gegensatz zum Auferstehungsglauben, wie er in der Bibel bezeugt ist. Er bezweifelt die leibliche Auferstehung Jesu, die Auferstehung des Gekreuzigten wenn er schreibt „Jesus, der Gottesmann und Meister, ist tot. Sein Leib wird vergehen, wie jeder Menschenleib.“  Das Herzstück und die Mitte des christlichen Glaubens ist aber die Botschaft. „Der Herr ist auferstanden, er ist wahrhaftig auferstanden.“  Jesus ist demnach nicht auferstanden lediglich in den Glauben der Jünger mit seiner göttlichen Ideenwelt, damit „seine Sache, seine Haltung, seine Leidenschaft und sein Einsatz für das wahre Leben nicht tot ist.“  Genauso sprechen Beerdigungsredner, wenn sie sagen:“Solange wir an den Verstorbenen denken, ist er nicht tot.“ Der Bischof verkürzt und entstellt die Botschaft von der Auferstehung Jesu, wenn er sagt „Die Sache Jesu lebt durch die Nachfolger, wenn sie es wollen.“ Die Auferstehung Jesu ist kein „Sachanliegen“, sondern die Verkündigung: Jesus lebt. Nicht als Sache, sondern als Person, als Sohn Gottes, als Herr der Welt. Er lebt völlig unabhängig von dem Wollen und der Bereitschaft der Menschen, an ihn zu denken. Es geht doch nicht darum, dass Jesu Ideenwelt weiterlebt, sondern dass wir bekennen können: Jesus, unser Heiland lebt „mit ihm auch ich“ und er herrscht in der Einheit mit Gott. Das ist Trost pur. Hier liegt die Hoffnung und Gewissheit des ewigen Lebens begründet. Wir sind für Jesus kein Sachanliegen, sondern eine Herzensangelegenheit. So will der wahrhaftig Auferstandene auch in unsere Herzen. Er will auch unsere Auferstehung. Man möchte dem Bischof raten, im Ernstnehmen der biblischen Auferstehungsberichte sich einzulassen auf das größte Wunder der Weltgeschichte, das kein Mensch begreifen kann, auf dem aber alle Hoffnung ruht zum freudigen Leben und seligen Sterben.

Was tun, wenn ein Bischof die Auferstehung nicht glaubt, wie sie die Bibel bezeugt, wenn er sie häretisch verkürzt oder bezweifelt? Wie kann er dann noch Bischof sein? Bei der Frage der Auferstehung Jesu geht es nicht um eine theologische Randfrage, sondern um das Herzstück des Glaubens. (1 Kor 15, 14) Schließlich hat der Bischof kraft Amtes eine besondere Verantwortung für die Lehre der Kirche, er ordiniert auf Schrift und Bekenntnis. (CA 28)

Die Glaubwürdigkeit bleibt auf der Strecke und der Eindruck nicht weniger wird bestärkt: Viele Geistliche – auch leitende Geistliche – stehen nicht mehr hinter den elementaren Glaubensgrundlagen. Dieser verheerende Eindruck wurde durch die Aussagen von Bischof Ulrich bestärkt. Ein Trauerspiel für alle, die an Jesus Christus glauben. Für bekennende Christen ist es Zeit, dagegen aufzustehen.

Pastor Ulrich Rüß

 

Spaltung Bekennender Christen verhindern

Am 23. Januar 2016 haben Vertreter bekennender und evangelikaler Gruppierungen unter Leitung des bekannten Theologen und Predigers Ulrich Parzany  in Kassel zum Thema „Gemeinsam widerstehen und Orientierung geben in Grundfragen des christlichen Glaubens“ getagt. Das nachfolgende Kommuniqué wurde von allen 65 Teilnehmern ohne Gegenstimme verabschiedet.

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ZUM CHRISTFEST 2015

Üblicherweise verschicke ich zum Christfest außer E-Mails auch Weihnachtskarten. Ich wollte vor einer Woche Weihnachtskarten mit einem christlichen Weihnachtsmotiv kaufen. Die waren kaum zu bekommen, obwohl ich in vielen Geschäften und Apotheken (Unicef-Karten) danach fragte. Anstatt weihnachtlich-christlicher Motive gab es andere: Schneeflocken, Weihnachtsmann, Weihnachtsmärkte, Schneekristalle, Tannenbaummotive in vielen Variationen, Kinderspielzeug, Schneelandschaften, Rehe und Elche usw. usw. Das war in der Vergangenheit nicht so. Erleben wir hier nicht auch einen deutlichen Indikator der Entchristlichung? Wird da Rücksicht genommen auf die Atheisten? Ich befürchte, dass man den Muslimen eher entsprechen möchte. Übrigens konnte ich auch keine selbstklebende Briefmarke mit christlichem Weihnachtsmotiv bekommen. Das war in der Vergangenheit ebenfalls anders.

Ergo: Weihnachten ist und wird zunehmend entleert und seiner Bedeutung beraubt. Es wird m.E. auch seitens der Kirche zu wenig getan, dies zu ändern. In den Weihnachtspredigten wird es viel zu oft mehr um die Flüchtlingsproblematik und die entsprechenden moralischen Appelle gehen. Dass mit Jesus der Heiland und Retter geboren ist, der in hingebungsvoller Liebe die Menschen von Schuld, Leid und Tod befreit, kommt weniger vor. Dabei ist dies die Kernbotschaft des Christfestes.

Ich will aber nicht nur negative Entwicklungen aufzeigen, sondern vor allem ermutigen, die beste und freudigste Botschaft des Himmels für sich neu zu entdecken. Euch – und das ist persönlich gemeint – ist heute der Heiland geboren. So der „Nachrichtendienst“ des Himmels. „So lass mich doch dein Kripplein sein, komm komm und lege bei mir ein dich und all deine Freuden“ singen wir mit Paul Gerhardt.

Apropos Gesang: Singen wir die Weihnachtslieder aus dem Gesangbuch, wird uns die Bedeutung des Christfestes neu erschlossen und wir erkennen, welche „Freude der Vater im Himmel uns macht“ und wie  unfassbar reich wir beschenkt worden sind. Das ist zum Feiern!

In diesem Sinne wünsche ich Euch ein freudiges, christuszentriertes Fest. Wir sind gut dran.

Herzlich grüßt

P. Ulrich Rüß

Salzburger Erklärung der IKBG

Auf dem  VI. Ökumenischen Bekenntniskongress  der IKBG (Internationale Konferenz Bekennender Gemeinschaften) vom 3.-6.9.15  in Salzburg wurde das Thema behandelt

DIE GUTE SCHÖPFUNG GOTTES UND IHRE BEDROHUNG
durch legalisiertes Töten und die Genderideologie

Die gemeinsam verabschiedete SALZBURGER ERKLÄRUNG hat eine ungewöhnliche breite Zustimmung der Bekenntnisökumene gefunden. Sie kann gelesen werden unter www.ikbg.net

Künftiger Chef des Luth. Kirchenamtes in der Kritik

Aufruf, sich öffentlich zu distanzieren von der Bestreitung der Grundaussage des Evangeliums, „dass Christus für uns gestorben ist und wir durch sein Blut erlöst sind.“

Lieber Bruder Gorski,

Sie sind am 1. Mai als neuer Leiter des Amtes der VELKD durch die Kirchenleitung  der VELKD und vom Rat der EKD als Vizepräsident berufen worden. Am 1. September ist Ihre Einführung. Bevor Sie dieses Doppelamt antreten, fordern wir Unterzeichner als Vertreter vieler Bekennenden Gemeinschaften Sie auf, sich öffentlich zu distanzieren von der Bestreitung der Grundaussage des Evangeliums „dass Christus für uns gestorben ist und wir durch sein Blut erlöst sind.“

In Ihrer Karfreitagspredigt von 2006 und in einem Interview der  DIE  NORDELBISCHE, Ausgabe 18/2007 kritisieren und bestreiten Sie die „Sühnechristologie“. Dies steht im Gegensatz zur Heiligen Schrift. Dort heißt es in 1 Kor 15,1-5, „…dass Christus für unsere Sünde gestorben ist“, in Röm 8,32, „dass Gott seinen eignen Sohn nicht verschont, sondern ihn für uns alle (in den Tod) dahingegeben hat“, und in 1. Petr 1,19 „dass wir erlöst sind… mit dem teuren Blut Christi als eines unschuldigen und unbefleckten Lammes“.

Für Martin Luther war diese biblische Karfreitagsbotschaft geradezu das Herz allen christlichen Glaubens. In der Lutherischen Kirche weltweit hat diese Aussage zentralen Bekenntnisrang.

Mit Ihrem neuen Amt sind Sie diesem Bekenntnis in besonderer Weise verpflichtet.

In Luthers Kleinem Katechismus (2. Artikel) heißt es: „Ich glaube, dass Jesus Christus… sei mein Herr, der mich verlorenen und verdammten Menschen erlöst hat, erworben, gewonnen von allen Sünden, vom Tode und von der Gewalt des Teufels, nicht mit Gold oder Silber, sondern mit seinem heiligen, teuren Blut und mit seinem unschuldigen Leiden und Sterben…“

Im Augsburger Bekenntnis heißt es in Artikel 4 „Von der Rechtfertigung“: „Es wird gelehrt,… dass wir Vergebung der Sünde bekommen und vor Gott gerecht werden aus Gnade um Christi willen durch den Glauben, nämlich, wenn wir glauben, dass Christus für uns gelitten hat und dass uns um seinetwillen die Sünde vergeben, Gerechtigkeit und ewiges Leben geschenkt wird, …wie der Hl. Paulus zu den Römern im 3. und 4. Kapitel sagt.

In der Leuenberger Konkordie (1973) heißt es in Nr.9: „In der Rechtfertigungsbotschaft wird Jesus Christus bezeugt als der Menschgewordene, in dem Gott sich mit den Menschen verbunden hat, als der Gekreuzigte und Auferstandene, der das Gericht Gottes auf sich genommen hat und darin die Liebe zum Sünder erwiesen hat.“

In der Barmer Erklärung von 1932 heißt es in These 3: „Wir verwerfen die falsche Lehre, als dürfe die Kirche die Gestalt ihrer Botschaft und ihrer Ordnung ihrem Belieben oder dem Wechsel der jeweils herrschenden weltanschaulichen und politischen Überzeugungen überlassen.“

In Ihrer Karfreitagspredigt sagen Sie der Gemeinde, diese Theologie mache heute vielen zu schaffen und führen aus: „Wir dürfen uns von ihr lösen…wir selber sind frei, andere Wege der Deutung des Todes Jesu zu gehen, wenn wir wollen… Der Tod Jesu war nicht notwendig, damit sich Gott mit uns versöhnt und uns vergibt. Die Behauptung einer solchen Notwendigkeit ist eines der größten Missverständnisse der christlichen Geschichte.“ Weiter führen Sie aus: Die Vorstellung, Gott habe Jesus an unserer Statt in den Tod gegeben, um uns Sünder auf diese Weise zu versöhnen, widerspreche allen humanen Vorstellungen eines liebenden Gottes. „Versöhnung kann doch auch einfach aus Liebe in einem Akt der Zuwendung geschehen.“

Dass Gott seinen gerechten Zorn gegen die Sünde nicht an den Sündern vollstreckt, sondern stellvertretend für sie an sich selbst in seinem Sohn, ist Ausdruck der unendlichen Liebe Gottes. Durch sein eigenes Leiden und Sterben befreit uns Gott durch einen äußersten Akt der Selbsthingabe von unserer Schuld. Das ist das tiefste Geheimnis,  das es inmitten der schuldbeladenen Menschheit gerade auch unserer Gegenwart zu bezeugen gilt – ein Geheimnis, dessen Wirklichkeit für alle Menschen so notwendig ist wie nichts anderes.

Lieber Bruder Gorski, von dieser für den christlichen Glauben zentralen Mitte haben Sie sich seinerzeit mit Ihrer Karfreitagspredigt und Ihrem Interview in der „DIE NORDELBISCHE“ verabschiedet.

Es ist für uns nicht hinnehmbar, ja unerträglich, dass ein Amtsträger der VELKD und der EKD in leitender Funktion das Zentrum biblischer und lutherischer Theologie ablehnt. Das Doppelamt, das Sie bekleiden werden, erfordert Verlässlichkeit und Glaubwürdigkeit in elementaren Bekenntnisfragen. Diese sehen wir nicht gegeben, wenn Sie weiterhin die Notwendigkeit des Sühnetodes Jesu leugnen. Christen müssen von einem Theologen in hohem Leitungsamt erwarten dürfen, dass er ein uneingeschränktes Ja zu den Grundlagen des Glaubens sagt.
Daher fordern wir Sie auf, sich vor Antritt Ihres neuen Amtes öffentlich von der Leugnung des Sühnetodes Jesu in Ihrer Karfreitagspredigt zu distanzieren. Wir bitten Sie ebenso um eine persönliche Stellungnahme zu unserem Schreiben.

Mit freundlichem Gruß

Für die Konferenz Bekennender Gemeinschaften in den Evangelischen Landeskirchen Deutschlands (KBG), Pastor Ulrich Rüß

Für die Internationale Konferenz Bekennender Gemeinschaften (IKBG), Pastor Ulrich Rüß

Für den Arbeitskreis Bekennender Christen in Bayern, Pfarrer Till Roth

Für den Gemeindehilfsbund und das Gemeindenetzwerk, Pastor Dr. Joachim Cochlovius

Für die Ev.-Luth Bekenntnisgemeinschaft in Sachsen, Pfarrer Karsten Klipphahn

Für die Bekenntnisinitiative in Sachsen, Pfarrer Gaston Nogrady

Für den Lutherischen Konvent im Rheinland, Pfarrer Winfried Krause

Für die Ev. Sammlung im Rheinland, Pfarrer Wolfgang Sickinger

Als Ev.-Luth. Bischof i.R., Prof. Dr. Ulrich Wilckens

Bischof auf Abwegen

Die Mitwirkung des EKD-Ratsvorsitzenden und bayerischen Landesbischofs Heinrich Bedford-Strohm   im Kuratorium eines Islamzentrums ist für gläubige Christen eine Zumutung und nicht hinnehmbar. Mit dem Ziel, „Muslimen bei der Ausübung ihrer Religion behilflich zu sein“ auf der Grundlage des moslemischen Glaubensbekenntnisses, „Es gibt keinen Gott außer Allah, und Mohammad ist sein Gesandter (Prophet)“, steht das Islamzentrum im fundamentalen Widerspruch zum christlichen Glaubensbekenntnis. Auch der sich moderat gebende Islam bekämpft und leugnet Christus als Gottessohn, Heiland und Erlöser und bestreitet das Evangelium.

Heinrich Bedford-Strohm lässt sich als „Islamversteher“ in der besten Absicht, ein friedliches Miteinander zwischen Christen und Muslimen zu fördern,  von den Moslems instrumentalisieren, will Helfer zur guten moslemischen Glaubenspraxis sein. Das wirkt nicht nur naiv. Er handelt damit offenkundig gegen das 1. Gebot („Ich bin der Herr. dein Gott, du sollst nicht andere Götter haben neben mir“) und stellt sich gegen die eindeutigen Aussagen christlicher Glaubensgrundlagen  von Schrift und Bekenntnis, wirbt ungewollt (?) für eine Form des Islam. Damit vertritt er die Relativierung der Wahrheit Christi („Ich bin der Weg, die Wahrheit und das Leben, niemand kommt zum Vater denn durch mich.“  Joh.14,6) und befördert religiöse Verwirrung und die Gefahr der Religionsvermischung. Das ist unvereinbar mit dem Bischofsamt.

Die Konferenz Bekennender Gemeinschaften protestiert gegen die Mitwirkung des Ratsvorsitzenden und bayerischen Bischofs Heinrich-Bedford Strohm im Islamzentrum auf schärfste. Sie sieht das Bischofsamt beschädigt und diskreditiert. In einer Zeit der Säkularisierung des Glaubens, der Herausforderung und Bedrohung durch den Islam, in einer Zeit, wo zigtausende die Kirche verlassen, brauchen wir einen Bischof, der mit allen seinen Möglichkeiten die Seinen zusammenhütet, nicht einen, der denen dient, die das Christliche in Frage stellen.

Ein Ja zum selbstbewussten, aber auch kritischen Dialog mit dem Islam ist gerade auch angesichts der bedrohten Lage der Christen in islamisch geprägten Staaten und durch den islamistischen Terror ebenso geboten, wie ein Nein zur Aufgabe eigener christlicher Identität und Indienstnahme einer anderen Religion. Daher fordern wir Bischof Bedford-Strohm auf,  die Mitwirkung beim Islamischen Zentrum um des Evangeliums willen aufzukündigen.

Wir fordern die Bayerische Landessynode auf, sich von der Haltung des Bischofs in dieser Frage zu distanzieren. Dasselbe erwarten wir auch vom Rat der EKD.

Pastor Ulrich Rüß,

Vorsitzender der Konferenz Bekennender Gemeinschaften in Deutschland (KBG)

Ohne Islam kein Islamismus, kein Islamischer Staat, kein „Boko Haram“, keine Taliban, keine dschihadistischen Terroristen

Auf die islamistischen Terroranschläge gab es die üblichen Reflexe. Muslime betonen, das habe mit dem wahren Islam nichts zu tun, der Islam sei eine Religion des Friedens. Parteipolitiker, sogar der Innenminister und der Justizminister und Vertreter der Kirche. erklären, das alles habe mit dem Islam nichts zu tun. Angesichts der weltweiten Wirklichkeit durch islamistische, barbarische  Gewaltherrschaft, der Verhinderung von Religionsfreiheit und Verfolgung von Christen in fast allen islamisch geprägten Staaten muss hier widersprochen werden.

Es gehört zur intellektuellen Redlichkeit, feststellen zu müssen: Ohne Islam kein Islamismus, kein Islamischer Staat, kein „Boko Haram“, keine Taliban, keine Terror ausübenden Dschihadisten, die ein Blutbad im Namen Allahs  anrichten mit dem islamischen Glaubenskenntnis auf den Lippen und der Kalaschnikow in den Händen. Diese Schrecken und Angst verbreitende Form ist unzweifelhaft eine Spielart des Islam. Auch sie speist sich aus dem Koran und theologischer Anleitung aus der Moschee. Auch die Benachteiligung und Verfolgung von Christen in islamisch geprägten Ländern und die Verweigerung von Religionsfreiheit  gehören dazu. Dieses festzustellen hat mit Rassismus, Fremdenhass genauso wenig zu tun, wie die Behauptung, man wolle alle Muslime unter  Generalverdacht   stellen.

Alle nichtislamistischen Muslime und Imame müssen sich fragen lassen, warum ihre Religion so viel Gewalt, Angst und Schrecken verbreitet, so vieles hervorbringt, was dem vermeintlich „wahren Islam“ widerspricht, warum Menschen unter Berufung auf den Koran und den Propheten Mohamed morden. Hier sind die friedfertigen Muslime und die geistlichen Leiter des Islam stärker als bisher gefordert, demonstrativ, nachhaltig und aktiv sich von der Terror und Gewalt verbreitenden Spielart des Islam zu distanzieren, Religionsfreiheit in Geltung zu bringen!

Warum bekennende Christen nicht Charlie sind

Charlie steht für ein Satiremagazin, das regelmäßig das, was den Religionen heilig ist, mit Spott und Häme versieht, Blasphemie betreibt. Dies kann niemals Terror und Gewalt rechtfertigen! Dennoch wird man sich fragen müssen, inwieweit hier Presse- und Meinungsfreiheit ihre Grenzen überschreiten. Wenn Blasphemie Ausdruck von Freiheit sein soll, stellt sich die Frage nach einer Freiheitsethik. Ist eine Freiheit ethisch vertretbar, die ganz bewusst die religiösen Gefühle von Gläubigen verletzt, das was ihnen heilig ist? Wie steht es um deren Würde? Wenn die Würde des Menschen nach unserem Grundgesetz unantastbar ist, sollte sich auch das Freiheitsverständnis in Verantwortung daran messen lassen. Freiheit har ihre Grenze dort, wo bewusst die Würde des anderen herabgesetzt wird und er in seinem Innersten verletzt wird. Darum können bekennende Christen bei aller Verachtung von Terror und Gewalt nicht sagen: Ich bin Charlie.

Der Islam gehört nicht zu Deutschland

Wenn die Bundeskanzlerin und viele andere meinen, „Der Islam gehört zu Deutschland“, dann muss dem widersprochen werden. Deutschland ist in seiner Kultur, seinem Menschenbild und seiner Rechtsprechung geprägt durch den christlichen Glauben, durch christlich-jüdische Wurzeln. Die Identität Deutschlands wird nicht durch den Islam bestimmt. Angesichts des Islamismus, der Spielart des Terror und Gewalt praktizierenden Islams, des Islams, der Christen verfolgt und Religionsfreiheit verweigert, der die Rechte von Frauen unterdrückt, ist zu fragen: Welcher Islam gehört denn zu Deutschland? Ist die Integration der Muslime in unsere Gesellschaft wirklich befriedigend gelungen? Wie stehen hier Wunschdenken und Realität zueinander? Nicht der Islam, aber Muslime gehören zu Deutschland. Der notwendige, kritische christlich-islamische Dialog gewinnt angesichts der Herausforderungen unserer Tage verstärkte an Bedeutung. Schließlich soll es doch um ein gutes Miteinander zwischen Muslimen und Christen gehen.

Pastor Ulrich Rüß, Hamburg
1. Vorsitzender der Kirchlichen Sammlung um Bibel und Bekenntnis in der Nordkirche

ENGEL GESUCHT – GERADE ZU WEIHNACHTEN

Über 78 %  der Befragten auf dem Weihnachtsmarkt vor dem Hamburger Rathaus wussten nicht um die Bedeutung des Weihnachtsfestes. Mag das Ergebnis in anderen Regionen Deutschlands anders ausfallen, fest steht: immer mehr Menschen verbinden mit Weihnachten Geschenke, Kaufrausch, Glühwein, Stress und Gaumenschmaus. Aber Geburt Jesu?

Bei Kugeln, Kerzen und Lichterglanz, bei „O, Tannebaum…“ und „Süßer, die Glocken sie klingen…“ aus allen Kanälen wird teilweise bei aller Hektik der Sentimentalität nach Frieden nachgegangen. Aber Jesus? – Gott wird Mensch?

Und selbst in den veröffentlichten Stellungnahmen der Kirchen zum Christfest, liest und hört man viel von Apellen zu mehr Frieden, Liebe unter uns Menschen. Nicht zu vergessen der Appell nach mehr Gerechtigkeit auf Erden. Aber ist das der Inhalt der Botschaft von Weihnachten, der Sinn der Geburt Jesu?

Folge: Von der Himmelsfreude keine Spur!

Die wahre Bedeutung des Weihnachtsfestes wissen wir durch den Weihnachtsengel, der sagt: „Fürchtet euch nicht! Siehe, ich verkündige euch große Freude, die allem Volk widerfahren wird, denn euch ist heute der Heiland geboren, welcher ist Christus, der Herr…“

Das ist Evangelium pur. Der „Vater im Himmel“ macht uns diese große Freude. Aus inniger Liebe zu uns begibt er sich in seinem Sohn in unsere tod- und schuldverfallene Welt, um uns zu erlösen. Was für eine Hoffnung und Freude für alle, die in Angst, Krankheit, Schuld leben, die leiden unter Folter, Terror, Krieg und Ungerechtigkeit. Er will dich und mich in den Himmel retten. Krippe, Kreuz und Ostern zeichnen diesen Weg. Wahre Weihnachtsfreude!

Der Heiland ist geboren, der Retter von „Sünde, Tod und Teufel“. Diese Botschaft braucht Engel, die sie unters Volk tragen. Im übertragenen Sinn sollen alle Christen Engel, Weihnachtsengel sein. Die Kirche, wir alle sind gerufen, in dieser Zeit solche Weihnachtsengel zu sein. Vielleicht wüssten dann wieder mehr um die Bedeutung von Weihnachten. Und vor allem: Es gäbe eine wirkliche Weihnachtsfreude, Freude darüber, dass über uns Schuld, Tod und die Macht des Bösen nicht das letzte Wort haben, sondern Gott, der uns durch Christus erlöst hat. Freude, von Gott unendlich geliebt zu sein. Also sei ein Engel!

In diesem Sinne wünsche ich Ihnen im Namen des Vorstandes der Kirchlichen Sammlung um Bibel und Bekenntnismit in der Ev.-Luth. Kirche in Norddeutschland ein freudenreiches und gesegnetes Christfest und ein erfülltes Jahr 2015!

Pastor Ulrich Rüß
1. Vorsitzender der Kirchlichen Sammlung in der Nordkirche

Pfingsten – komm, Heiliger Geist!

Pfingsten feiern wir den Geburtstag der Kirche. Die Apostel empfingen den Heiligen Geist, jene Kraft Gottes, die sie befähigte, den Glauben an Jesus Christus in alle Welt zu tragen. Der Heilige Geist weckt und stärkt diesen Glauben. Er ist unverfügbar, wirkt in besonderer Weise durch Gottes Wort und die Sakramente. Im Glaubensbekenntnis bekennen wir:„Ich glaube an den Heiligen Geist, die heilige christliche Kirche, die Gemeinschaft der Heiligen, Vergebung der Sünden, Auferstehung der Toten und das ewige Leben.“

Martin Luther sagt dazu erklärend im Kleinen Katechismus: „Ich glaube, dass ich nicht aus eigener Vernunft noch Kraft an Jesus Christus, meinen Herrn, glauben oder zu ihm kommen kann, sondern der Heilige Geist hat mich durch das Evangelium berufen, mit seinen Gaben erleuchtet, im rechten Glauben geheiligt und erhalten…“

Wir leben in einer Zeit, in der die Kirche durch den Zeitgeist, Säkularisierung und Relativierung von innen bedroht ist. Fundamentale Glaubensinhalte werden selbst von leitenden Repräsentanten der Kirche in Frage gestellt. Die Kirche bedarf der Erneuerung und Stärkung durch Gott, den Heiligen Geist. Um diesen Geist wollen wir beten:

Heiliger Geist, sei in unseren Herzen und Gedanken, durchströme uns jetzt mit deinem Feuer.

Heiliger Geist, erfülle uns in unserem ganzen Wesen bis ins Innerste unserer von Gote geschaffenen Seele.

Heiliger Geiststärke in uns die Kraft, die Treue und die tiefe Freude, mit der wir unseren Herrn suchen und anbeten.

Heiliger Geist, führe uns nun zu unserem Erlöser und Fürsprecher,  Jesus Christus.
Amen.

Die Kirchliche Sammlung um Bibel und Bekenntnis der Ev.-Luth Kirche in Norddeutschland wünscht Ihnen ein geist-reiches und gesegnetes Pfingstfest!

(Siehe auch unser Informationsblatt 01-2014  „Pfingsten – Gott lässt nicht locker“)

EKD-Studienzentrum für Genderfragen eröffnet

Manifestation gegen Schöpfungsordnung Gottes und christliches Menschenbild

Die Konferenz Bekennender Gemeinschaften (KBG) und die Internationale Konferenz Bekennender Gemeinschaften (IKBG) sieht in der Einrichtung des Studienzentrums der EKD für Genderfragen eine bibel- und bekenntniswidrige Abkehr von der guten Schöpfungsordnung Gottes und dem christlichen Menschenbild mit der Konsequenz der Abkehr von Ehe und Familie als Leitbild christlicher Lebensform.

Die weitgehend unbekannte Ideologie des Genderismus, die irrtümlicherweise mit Gleichberechtigung verwechselt wird, leugnet, dass Gott den Menschen bipolar geschaffen hat. „Man wird nicht als Frau geboren, man wird zur Frau gemacht“, heißt es. Doch wenn jeder sein Geschlecht selbst bestimmen kann, je nach Einschätzung und Vorlieben der eigenen Rolle, hat das mit dem biblischen Schöpfungsverständnis nichts zu tun. In Konsequenz bedeutet das eine Umwandlung der Gesellschaft in Abkehr von christlicher Kultur. Die Genderideologie ist theologisch gesehen eine Irrlehre, die obendrein gegen alle Vernunft und gegen die Naturwissenschaft steht.

Die KBG und IKBG protestieren im protestantischen Sinn gegen die ideologieträchtige und bekenntniswidrige Einrichtung des Studienzentrums der EKD. Einmal mehr setzt die EKD ein Zeichen, das den Graben zwischen der kath. und orthodoxen Kirche vertieft, Ökumene erschwert und gefährdet. Und das mit einem jährlichen Zuschuss von mindestens 380.000 €.
Nach der theologisch höchst umstrittenen und bekenntniswidrigen Orientierungshilfe der EKD zu den Lebensformen „Zwischen Autonomie und Angewiesenheit“ setzt die EKD mit der Einrichtung des Studienzentrums für Genderfragen ein weiteres bekenntniswidriges Zeichen. Geistgeleitete Kirche der Zukunft sieht anders aus.

Pastor Ulrich Rüß
Vorsitzender der Konferenz Bekennender Gemeinschaften in der EKD
Präsident der Internationalen Konferenz Bekennender Gemeinschaften IKBG/ICN

Klares Ja zur Lutherischen Kirche

Haben in unserer Zeit der Globalisierung Konfessionen überhaupt noch eine Berechtigung? So gibt es beispielsweise weltweit unzählige  Kirchen mit der Bezeichnung „evangelisch“, die sich aber in der Lehre und im Erscheinungsbild erheblich voneinander unterscheiden. Teilweise scheinen diese innerevangelischen Lehrunterschiede stärker als z. B. zwischen ev.-luth. Kirche und der röm.-kath. Kirche. Evangelisch ist nicht gleich evangelisch.

Wir leben in einer Zeit, wo Unterschiede in Bekenntnis und Lehre weitgehend unbekannt sind, relativiert, für überwunden erklärt werden, ohne sich auf die Frage nach der Wahrheit des Glaubens ernsthaft und ausgiebig immer wieder neu einzulassen.

Der Gründer der Diakonissenanstalt und des Missionswerkes in Neuendettelsau, Pfarrer Wihelm Löhe, stritt seinerzeit für ein klares lutherisches Bekenntnis und für eine reichhaltige Liturgie. Er bezeichnete die lutherische Kirche als die Mitte aller Konfessionen. Sie steht quasi zwischen den evangelischen Kirchen und der röm.-kath. Kirche. Daher kommt ihr heute im Hinblick auf die Ökumene eine besondere, vermittelnde Rolle zu.

Was sind die Kennzeichen der luth. Kirche? Sie ist gründet auf Schrift und Bekenntnis. Die lutherischen Bekenntnisschriften (u.a. Augsburger Bekenntnis, Kleiner und Großer Katechismus)  und die lutherische Theologie betonen in besonderer Weise die Bindung an die Bibel und die altkirchlichen Glaubensbekenntnisse. Letztlich ist alle Theologie auf Jesus Christus fokussiert. In vier lateinischen Formeln lässt sich die lutherische Theologie zusammenfassen: „sola gratia“- Errettung verdankt sich allein der Gnade Gottes und nicht dem eigenen Tun „sola fide“- allein der Glaube an Jesus Christus lässt den Menschen „in den Himmel kommen“. „sola scriptura“ – die Bibel ist die einzige Grundlage für Glauben und Theologie. Sie ist Maßstab und Norm. An ihr muss sich kirchliche Lehre messen lassen. „solus Christus“- allein Jesus Christus ist die Mitte des Glaubens und der Zugang zum ewigen Heil.

Im lutherischen Gottesdienst sind Liturgie, Predigt und Abendmahlsfeier von zentraler Bedeutung. Luther wollte keine Kirche nach seinem Namen, sondern eine reformierte katholische Kirche. In diesem Sinne möge gelten: Lutherische, werde und bleib lutherisch, damit du in rechter Weise katholisch bist und so Mitte der Konfessionen und Hilfe für wahre Ökumene.

Pastor Ulrich Rüß

Landessynode beschließt umstrittenes Pfarrerdienstgesetz und ermöglicht homosexuelle Paare im Pfarrhaus

Statt biblischen Normen Anpassung an Mainstream und Zeitgeist

Die Landessynode hat das umstrittene Pfarrerdienstrecht der EKD beschlossen, wonach homosexuelle Paare im Pfarrhaus zusammenleben dürfen. Die Kirchliche Sammlung um Bibel und Bekenntnis in der Ev.-Luth. Kirche in Norddeutschland hält diesen Beschluss für schrift- und bekenntniswidrig. Statt sich in ethischen Fragen von biblischen Normen leiten zu lassen, macht man sich zum Verstärker und Claqueur  eines Meinungsstroms, des Zeitgeistes und der Genderismus-Idelogie. Kennzeichen einer tiefen Glaubenskrise innerhalb der Kirche.

Dieses wird bestätigt durch die Aussage des Bischofs Ulrich vor der Landessynode in Travemünde: „Wir wollten eine Regelung finden, die der Realität Rechnung trägt“.

Wenn Kirche Kirche bleiben will, muss sie den Mut haben,  auch in ethischen Fragen biblisch-bekenntnisorientiertes Profil zu zeigen, nicht um den Preis der Relativierung und Säkularisierung  christlich-ethischer Positionen modern sein zu wollen.  Kirche muss den Mut haben, aufgrund des Glaubens anders sein zu wollen als die Mehrheit. Kirche muss ein Ja finden zur Kontrastgesellschaft. Immer dann, wenn die Kirche sich an Zeitgeist und Mehrheitsmeinungen angepasst hat, hat sie sich selbst und das Evangelium verraten. Die Kirchengeschichte spricht Bände.

In evangelisch abgewandelter Form gilt das Wort von Kardinal Rainer Maria Woelki: „Es gehört zum christlichen Glauben dazu, dass wir nicht sagen: Wir auch, sondern: Wir anders!“ Es gab einmal eine Zeit, da hatte die Ev. Kirche so etwas wie ethische Meinungsführerschaft. Diese Zeit ist längst überholt. Synodenbeschlüsse  wie dieser haben diesen Prozess beschleunigt.

Pastor Ulrich Rüß

Aktive Sterbehilfe für Kinder – im höchsten Maße alarmierend

Der vom belgischen Parlament verabschiedete Beschluss zur aktiven Sterbehilfe für Kinder ist für die zivilisierte Gesellschaft, aber erst recht für jeden Christen im höchsten Maße alarmierend. Es ist ethisch nicht zu verantworten, wenn sterbenskranke Kinder auf eigenen Wunsch getötet werden dürfen. Das Leben gehört von Anfang bis Ende Gott. Daher hat der Mensch nicht das Recht, das eigene Leben oder das Leben von sterbenskranken Erwachsen und Kindern zu töten, zur Legalisierung aktiver Sterbehilfe und weitergehender Patiententötungen auch bei Kindern.

Dieses Euthanasiegesetz für Minderjährige hat negative Signalwirkung für ganz Europa. Belgien verabschiedet sich mit diesem Beschluss von den gemeinsamen humanitären und christlichen Werten.  Einer Kultur des Tötens sterbenskranker Kinder muss deutlich entgegen getreten werden. Ein würdiger Tod für Kinder hat mit liebevoller Pflege, mit Hilfe gegen Schmerzen und Ängste, dem Einsatz von Palliativmedizin, mit menschlicher und seelsorgerlicher Begleitung zu tun. Für Christen bekommt hier das Gebet und die Bezeugung der Hoffnung des ewigen Lebens einen besonders hohen Stellenwert.

Die Internationale Konferenz Bekennender Gemeinschaften distanziert sich von diesem Beschluss des belgischen Parlamentes und fordert König Philippe von Belgien auf, dieses Gesetz nicht zu unterschreiben.

Pastor Ulrich Rüß

WEIHNACHTEN GEGEN ALLE VERNUNFT

Gott ist Gott und Mensch ist Mensch. Himmel ist Himmel und Erde ist Erde. Eine unüberbrückbare Trennung?

Weihnachten heißt: Gott wird Mensch, der Himmel kommt auf die Erde. Die größtmögliche Trennung ist aufgehoben. Sie gilt nicht mehr absolut. Das ist die alles Denken übersteigende Botschaft von der Geburt Jesu Christi im Stall zu Bethlehem. „Empfangen vom Heiligen Geist, geboren von der Jungfrau Maria“, wie es im Credo heißt. Jesus, wahrer Gott und wahrer Mensch. Die Brücke für uns Menschen zu Gott und dem Himmel. Jesus Christus- eine Brücke, die alles Trennende überwindet: Sünde, Schuld, Tod und Teufel. Die Engel als Boten des Himmels bezeugen am besten, was Weihnachten bedeutet: „Euch ist heute der Heiland geboren, welcher ist Christus, der Herr…“  Und der Apostel Paulus beschreibt es so: „Der uns von Gott gemacht ist zur Weisheit und zur Gerechtigkeit und zur Heiligung und zur Erlösung.“ (1 Kor 1)  

Weihnachten wäre nicht Weihnachten, wenn Jesus lediglich ein Prophet, eine charismatische Erscheinung, ein Moralprediger, Humanist oder ein Weltverbesserer gewesen wäre, einer, der sich in erster Linie um soziale Missstände, Ungerechtigkeiten, Bewahrung der Schöpfung und Frieden gekümmert hätte.

Mit der Geburt Jesu verbinden wir sein Wirken zum Heil der Welt, eben jene Brücke zu Gott und Himmel, die durch sein Kreuz und seine Auferstehung möglich wurde. Alles uns von Gott Trennende nahm er auf sich. So singen wir: „Christ, der Retter ist da.“

Für das menschliche Denken ist das möglicherweise ein Skandal. Aber für uns Christen das größte Geheimnis und die größtmögliche Freude. Lauter Liebe! Das Ende aller endgültigen Trennung von Gott und Himmel.

Gerhardt Tersteegen (1731) drückt es in seinem Lied „Jauchzet ihr Himmel…“  (EG 41, 4+7) so aus: „Gott ist im Fleische: wer kann das Geheimnis verstehen? Hier ist die Pforte des Lebens nun offen zusehen. Gehet hinein, eins mit dem Kinde zu sein, die ihr zum Vater wollt gehen.“ „Süßer Immanuell, werd auch in mir nun geboren, komm doch, mein Heiland, denn ohne dich bin ich verloren! Wohne in mir, mach mich ganz eines mit dir, der du mich liebend erkoren.“

Die Kirchliche Sammlung um Bibel und Bekenntnis wünscht Ihnen ein von der Christusfreude geprägtes Fest und ein gutes und gesegnetes Jahr 2014!

Pastor Ulrich Rüß

„Man muss sich seiner Kirche schämen“

Theologieprofessor Eibach kritisiert EKD-Familienpapier

Neumünster (idea) – „Man muss sich seiner Kirche schämen.“ Mit diesen Worten hat der evangelische Theologieprofessor Ulrich Eibach (Bonn) bei der Herbsttagung der Kirchlichen Sammlung um Bibel und Bekenntnis in der „Nordkirche“ Kritik am EKD-Familienpapier geübt. Die im Juni veröffentlichte „Orientierungshilfe“ rückt von der traditionellen Ehe als alleiniger Norm ab und vertritt ein erweitertes Familienbild, das auch gleichgeschlechtliche Lebensgemeinschaften und sogenannte „Flickenteppich-Familien“ einschließt. Wie Eibach am 16. November vor etwa 100 Tagungsteilnehmern in Neumünster sagte, sei die evangelische Kirche zutiefst von der Säkularisierung erfasst: „Die herrschenden gesellschaftlichen Kräfte und die herrschende Lebensanschauung beeinflussen die Kirche und nicht umgekehrt. Man will bei den Menschen ankommen, auch um den Preis des Verlustes der biblischen Norm.“ Wer sich dem Zeitgeist nicht beuge, gelte als Außenseiter und werde innerkirchlich diskriminiert. Das jeweils eigene Interesse gelte als Kriterium für die Bibelauslegung. Unverkennbar sei beim EKD-Familienpapier der Einfluss der sogenannten Gender-Ideologie, nach der jeder sein Geschlecht selbst wählen und wechseln könne. Der Theologieprofessor forderte, am christlich-biblischen Ehe- und Familienverständnis festzuhalten.

Orientierungshilfe forciert Desorientierung

Die EKD steht zu den gesellschaftlichen Aussagen des Papiers, hat aber ihre Kammer für Theologie mit einer Ergänzung beauftragt. Doch für den Vorsitzenden der theologisch konservativen Sammlung, Pastor Ulrich Rüß (Hamburg), reicht dies angesichts der massiven Kritik nicht aus. Die Orientierungshilfe forciere die kirchliche Desorientierung. Unabhängig vom theologischen Teil sei es „vom Geist der unbiblischen Gender-Ideologie durchzogen“. Daher eigne sich die Erklärung auch nicht als Diskussionsgrundlage für die Gemeinden. Zudem erschwere das Papier die ökumenischen Beziehungen.

Jeden Sonntag Fürbitte für verfolgte Christen

In seinem Bericht ging Rüß auch auf die zunehmende Bedrohung und Verfolgung von Christen in vielen Ländern ein. Dieses Thema war bei einem Kongress vom 10. bis 13. November in Schwäbisch Gmünd behandelt worden. Einstimmig wurde auf der Tagung der Sammlung eine Bitte an die Leitung der „Nordkirche“ verabschiedet. Sie soll dafür Sorge tragen, „dass angesichts weltweit zunehmender Bedrohung und Verfolgung von Christen diese Thematik regelmäßig in Kirchengemeinderäten und Synoden behandelt und der verfolgten Christen sonntäglich in den Gottesdiensten fürbittend gedacht wird“.

aus „idea“

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