So ganz anders

In diesem Jahr ist Weihnachten so ganz anders. Ein Virus schreibt uns vor, wie und mit wem wir feiern dürfen. Keine brechend vollen Kirchen. Gottesdienste mit Auflagen. Auf jeden Fall Abstand halten, und singen allenfalls mit Maske. Richtige Weihnachtsstimmung will da nicht so recht aufkommen. Das beklagen wir zurecht. Bedenken wir aber, dass das 1. Weihnachtsfest auch so ganz anders war; jedenfalls völlig anders als die Menschen es erwartet haben und sich vorstellen wollten und konnten. Und das hat mit Gott zu tun. Damit hat doch keiner gerechnet, dass der Allmächtige sich als Baby in die Krippe begibt, der allerhöchste und erhabene Gott in Jesus Mensch wird! Nicht standesgemäß und unter aller Würde!

Gebet in der Coronakrise (von Johannes Hartl)

Herr, wir bringen dir alle Erkrankten und bitten um Trost und Heilung. Sei den Leidenden nahe, besonders den Sterbenden. Bitte tröste, die jetzt trauern. Schenke den Ärzten und Forschern Weisheit und Energie, allen Krankenschwestern und Pflegern Kraft in dieser extremen Belastung, den Politikern und Mitarbeitern der Gesundheitsämter Besonnenheit. Wir beten für alle, die großen materiellen Schaden haben oder befürchten. Guter Gott, wir bringen dir alle, die in Quarantäne sein müssen, sich einsam fühlen, niemanden umarmen können. Berühre du Herzen mit deiner Sanftheit.

CORONA UND GOTT

Ein Virus, nicht sichtbar, weitgehend unbekannt, bedroht die ganze Welt. Wer hätte das vor wenigen Wochen für möglich gehalten: Geschlossene Läden, Restaurants, Museen, Messen, Schulen und Universitäten geschlossen, ebenso viele Dienstleister, kein Kontakt mit Gruppen. Das staatliche Gebot heißt: Distanz wahren. Dazu kommt eine Ausgehbeschränkung, Ausgehen ja, aber nur zur Apotheke, zum Supermarkt, Arzt, Bank, zum Spazierengehen maximal zu zweit und Joggen. Distanz, Distanz, Distanz ist das Gebot der Stunde, um Ansteckungsgefahr zu minimieren. Möglichst kein Kontakt!

JAUCHZET, FROHLOCKET!

Viele von Ihnen werden auch in diesem Jahr das Weihnachtsoratorium von J.S. Bach hören. Es gehört einfach dazu. Es beschert volle Kirchen und interpretiert in musikalisch eindrucksvoller Weise die freudige Botschaft von der Menschwerdung Gottes in dem Jesuskind in der Krippe Da geht einem das Herz auf.

Schon im Eingangsstück werden wir Zuhörer zum Jauchzen und Frohlocken, das heißt zum Jubeln und Fröhlichsein, aufgefordert und der Anlass gleich mitgeteilt: „Jauchzet, frohlocket, auf, preiset die Tage, rühmet, was heute der Höchste getan! Lasset das Zagen, verbannet die Klage, stimmet voll Jauchzen und Fröhlichkeit an!“ Es folgt die Aufforderung, dem Höchsten mit herrlichen Chören zu dienen und weiter: „Lasst uns den Namen des Herrschers verehren!“ Weihnachtsfreude soll zum Gotteslob und zur Verehrung führen.

ALARMIERENDE ZAHLEN DER KIRCHENAUSTRITTE – URSACHEN UND KONSEQUENZEN

Wenn allein im Jahr 2018 rund 220000 Mitglieder aus der Ev. Kirche austreten, 11,6% mehr als im Vorjahr, dann ist das ein alarmierendes Zeichen.
Die Frage nach den Ursachen muss gestellt werden.

Neben einem zunehmenden Säkularisierungsprozess und demographischer Entwicklung gibt es eine Fülle von hausgemachten Gründen. Die Evangelische Kirche hat ein Identitätsproblem. Sie wird zunehmend als bevormundende Moralinstanz in Politik- und Weltverständnis wahrgenommen, angepasst an den aktuellen gesellschaftlichen Mainstream, als Vorreiter der Genderideologie und Unterstützer der Ehe für alle. Die Kirche hat ihre allgemeine, an der Bibel und dem Bekenntnis ausgerichtete Kompetenz in Fragen des Glaubens, der Ethik und Dogmatik gleichsam selbst aufgegeben.
Damit hat sie sich von den Gläubigen entfremdet, steht in einer Glaubwürdigkeitskrise, weil sie sich zu weit von ihren Kernaufgaben, der Vermittlung des Glaubens, des Sich-kümmerns um das Gemeindeglied, der hinwendenden Seelsorge entfernt hat.

EVANGELIUM STATT ZIVILRELIGION – KIRCHE MUSS KIRCHE BLEIBEN

Die Konferenz Bekennender Gemeinschaften (KBG) hat sich auf ihrer Tagung am 1. Juni in Kassel mit der theologisch-geistlichen Gefährdung und Fehlentwicklung in der Kirche durch Ideologien, zeitgeistbedingte gesellschaftspolitische Mehrheitsprozesse und der Infragestellung christlicher Glaubensgrundlagen befasst. Demnach gilt die Heilige Schrift nicht mehr als alleiniger Maßstab für den Glauben, das christliche Bekenntnis wird relativiert und der Denke der Zeit angepasst.
Thesen der Konferenz Bekennender Gemeinschaften in den ev. Kirchen Deutschlands (KBG) …