Kirchliche Sammlung um Bibel und Bekenntnis in der evangelisch-lutherischen Kirche in Norddeutschland

Der Hamburgische Staatsvertrag mit Muslimen und Alewiten und der Verlust des evangelischen Religionsunterrichts

 

Die zwischen der Stadt Hamburg und den muslimischen Verbänden sowie der Alevitischen Gemeinde ausgehandelten Verträge sind kritikwürdig. Islamische Feiertage werden mit christlichen Feiertagen gleichgestellt, der Bau von Moscheen grundsätzlich genehmigt. Muslimische Verbände und die Alevitische Gemeinde bekommen staatliche Anerkennung. Diese Verträge wurden an der Bürgerschaft vorbei ausgehandelt.

Es ist wünschenswert, wenn sich Muslime und Aleviten als gleichberechtigte Bürger in Hamburg mit gleichen Rechten und Pflichten in Bindung an die Verfassung verstehen können. Schließlich hat der Staat ein Interesse, einen verfassungskonformen, liberalen Islam zu fördern, um so eine Abgrenzung zum weltweiten   Islamismus und poltisierenden Islam deutlich zu machen.

Gemäß dem Vertrag soll aber der ev. Religionsunterricht in Zukunft gemeinsam mit muslimischen und alevitischen staatlich examinierten Lehrern durchgeführt werden. Überzeugte Christen sollten dagegen protestieren und für den Erhalt bzw. die Verbesserung des ev. Religionsunterrichtes eintreten.  Gegenwärtig wird der ev. Religionsunterricht in Hamburg faktisch weitgehend nicht erteilt, obwohl er nach dem Gesetz verpflichtend und ordentliches Lehrfach ist. Die christlichen Glaubensgrundlagen wurden bisher leider nur unzureichend vermittelt. Dabei ist ihre Kenntnis  gerade in Zeiten des interreligiösen Dialogs von zunehmender Bedeutung, zumal Hamburg durch die christliche Tradition und Kultur geprägt ist.

Völlig unverständlich ist die Stellungnahme der Nordkirche, die diese Verträge begrüßt. Sie lässt ein selbstbewusstes Auftreten gegenüber dem Hamburger Senat vermissen. Die  notwendige Förderung des interreligiösen Dialogs und das gute Einvernehmen mit Muslimen kann nicht zur Relativierung des christlichen Glaubens und der Preisgabe des christlichen Religionsunterrichtes führen. Im Gegenteil: ein möglicher islamischer Religionsunterricht bedarf eines vertieften, in die Glaubensgrundlagen einführenden christlichen Religionsunterrichtes. Hier sollte die Nordkirche genauso handeln wie die katholische Kirche, die an ihrem Religionsunterricht festhält.

In Zukunft wird es Hamburg aber keinen ev. Religionsunterricht mehr geben, sondern einen interreligiösen Religionsunterricht. Dieser muss dann zwar in Übereinstimmung mit dem Grundgesetz, nicht aber in Übereinstimmung mit dem christlichen Glauben und schon gar nicht in Übereinstimmung mit Bibel und Bekenntnis erteilt werden. Im Verständnis einer sogenannten Abrahamitischen Ökumene (Judentum, Christentum, Islam) hat der Jesus Christus der Bibel keinen Platz. Die Wahrheit des Glaubens in Christus muss der Relativierung der Religionen weichen. Die christliche Identität wird preisgegeben und das zugunsten einer verstärkten Islamisierung unserer Gesellschaft. Die Muslime können jubeln. Sie werden selbstverständlich weiter ihre Koranschulen fördern, wo es dann getrost auch etwas islamistischer sein darf, unbeschadet des Staatsvertrages.

Wie will man bewusst evangelischen Eltern begreiflich machen, dass ihre Kinder im Fach Religion von muslimischen Lehrern, ggf. einer Kopftuch tragenden Muslima unterrichtet werden sollen? Hier sind die Eltern in ihrer Verantwortung gefordert, sich bei Kirche und Staat gegen die Entstellung und Aushöhlung des ev. Religionsunterrichtes zu stellen, zu protestieren und nötigenfalls das Kind aus dieser Art des Religionsunterrichtes abzumelden.

Der Islam ist von seinem Selbstverständnis nicht als eine Religion in westlichem Sinne zu verstehen, sondern als politischer Machtfaktor Allhas über die ganze Welt.  Dieser in den muslimischen Staaten gelebte und propagierte religions-politische Machtanspruch findet seine Legitimation im Koran. Nach wie vor wird die Scharia (im Gegensatz zum Grundgesetz) angestrebt und der Koran verbindlicher angesehen als das Grundgesetz.

Im Rahmen des umstrittenen Staatsvertrages ist von besonderer Wichtigkeit, dass Muslime und Christen in diesem Zusammenhang hinweisen auf jene vom Islam geprägten Länder, wo Christen die Menschenrechte vorenthalten werden, sie benachteiligt, gefoltert und verfolgt werden, wo Menschen, die sich zum christlichen Glauben bekehren, umgebracht werden, wo die Bezeugung des christlichen Glaubens verboten und mit drakonischsten Strafen sanktioniert wird. Wenn hier islamische Feiertage anerkannt und Moscheen gebaut werden dürfen, ist der Verweis auf jene vom Islam geprägten Länder geboten, wo weder christliche Theologen ausgebildet noch christliche Gotteshäuser errichtet werden dürfen. Dies sind wir den verfolgten Christen schuldig.

Ulrich Rüß

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