Advent und Christfest 2021

„Und sie wird einen Sohn gebären, dem sollst du den Namen Jesus geben, denn er wird sein Volk retten von ihren Sünden.“ Mt.1,21

Die Namen sind den Trends und dem Zeitgeschmack unterworfen. Wer nennt sein Kind heute noch Waldemar, Ernst  oder Klaus? Oder  Mechthild, Edeltraud oder Rosemarie? Luca, Leon und Jonas, Emma, Mia und Sophie sind heute die Lieblingsnamen bei Jungens und Mädchen.

Maria und Joseph mussten sich keine Gedanken über den Namen machen. Er wurde vom Himmel vorgegeben. Der Engel des Herrn erscheint Joseph und sagt, welchen Namen der von Maria geborene Sohn haben soll: „Dem sollst du den Namen Jesus geben.“ Jesus ist ein biblischer Name, die griechische Form des hebräischen Namens Josua bzw. Jeschua und das heißt übersetzt, „der Heiland“, „der Retter“, „der Erlöser“. Der Name Jesus gibt den Sinn und den Auftrag Jesu wieder, nämlich sein Volk von ihren Sünden zu retten. Nomen est omen!

Mit der Auferstehung Jesu steht und fällt alles

Nicht Weihnachten, sondern Ostern ist das größte Fest der Christenheit! Geht es doch darum, die Auferstehung Jesu von den Toten zu feiern. Ohne seine Auferstehung gäbe es keine Christen, keine Kirche, keinen christlichen Glauben, keine christlich geprägte Geschichte und Kultur. Jesus wäre in Vergessenheit geraten, bestenfalls ein besonderer Mensch seiner Zeitgeschichte. Gar nicht auszudenken, wo wir dann stünden.

So ganz anders

In diesem Jahr ist Weihnachten so ganz anders. Ein Virus schreibt uns vor, wie und mit wem wir feiern dürfen. Keine brechend vollen Kirchen. Gottesdienste mit Auflagen. Auf jeden Fall Abstand halten, und singen allenfalls mit Maske. Richtige Weihnachtsstimmung will da nicht so recht aufkommen. Das beklagen wir zurecht. Bedenken wir aber, dass das 1. Weihnachtsfest auch so ganz anders war; jedenfalls völlig anders als die Menschen es erwartet haben und sich vorstellen wollten und konnten. Und das hat mit Gott zu tun. Damit hat doch keiner gerechnet, dass der Allmächtige sich als Baby in die Krippe begibt, der allerhöchste und erhabene Gott in Jesus Mensch wird! Nicht standesgemäß und unter aller Würde!

Gebet in der Coronakrise (von Johannes Hartl)

Herr, wir bringen dir alle Erkrankten und bitten um Trost und Heilung. Sei den Leidenden nahe, besonders den Sterbenden. Bitte tröste, die jetzt trauern. Schenke den Ärzten und Forschern Weisheit und Energie, allen Krankenschwestern und Pflegern Kraft in dieser extremen Belastung, den Politikern und Mitarbeitern der Gesundheitsämter Besonnenheit. Wir beten für alle, die großen materiellen Schaden haben oder befürchten. Guter Gott, wir bringen dir alle, die in Quarantäne sein müssen, sich einsam fühlen, niemanden umarmen können. Berühre du Herzen mit deiner Sanftheit.

CORONA UND GOTT

Ein Virus, nicht sichtbar, weitgehend unbekannt, bedroht die ganze Welt. Wer hätte das vor wenigen Wochen für möglich gehalten: Geschlossene Läden, Restaurants, Museen, Messen, Schulen und Universitäten geschlossen, ebenso viele Dienstleister, kein Kontakt mit Gruppen. Das staatliche Gebot heißt: Distanz wahren. Dazu kommt eine Ausgehbeschränkung, Ausgehen ja, aber nur zur Apotheke, zum Supermarkt, Arzt, Bank, zum Spazierengehen maximal zu zweit und Joggen. Distanz, Distanz, Distanz ist das Gebot der Stunde, um Ansteckungsgefahr zu minimieren. Möglichst kein Kontakt!

JAUCHZET, FROHLOCKET!

Viele von Ihnen werden auch in diesem Jahr das Weihnachtsoratorium von J.S. Bach hören. Es gehört einfach dazu. Es beschert volle Kirchen und interpretiert in musikalisch eindrucksvoller Weise die freudige Botschaft von der Menschwerdung Gottes in dem Jesuskind in der Krippe Da geht einem das Herz auf.

Schon im Eingangsstück werden wir Zuhörer zum Jauchzen und Frohlocken, das heißt zum Jubeln und Fröhlichsein, aufgefordert und der Anlass gleich mitgeteilt: „Jauchzet, frohlocket, auf, preiset die Tage, rühmet, was heute der Höchste getan! Lasset das Zagen, verbannet die Klage, stimmet voll Jauchzen und Fröhlichkeit an!“ Es folgt die Aufforderung, dem Höchsten mit herrlichen Chören zu dienen und weiter: „Lasst uns den Namen des Herrschers verehren!“ Weihnachtsfreude soll zum Gotteslob und zur Verehrung führen.